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Materialwissen

Furnierklebeband

Furnierklebeband hält eine Intarsia zusammen, solange sie noch aus losen Teilen besteht. Es ist ein unscheinbares Hilfsmittel, das am Ende nicht mehr zu sehen ist, und doch entscheidet es mit darüber, ob die Fugen nach dem Pressen geschlossen sind.

Wo das Band hingehört: auf die Sichtseite, längs über die Fuge und mit kurzen Querstreifen. Beim Pressen liegt es außen, die Leimseite bleibt frei.

Was Furnierklebeband ist

Furnierklebeband, oft kurz Furnierband genannt, ist ein dünnes Papierband mit einem Kleber, der erst durch Wasser aktiviert wird. Man feuchtet es kurz an, legt es über die Fuge zwischen zwei Furnierteilen und lässt es trocknen. Beim Trocknen zieht sich das Papier leicht zusammen und zieht die Teile dabei aneinander.

In der Intarsia hat das Band eine einzige Aufgabe: Es hält die geschnittenen Teile als ein zusammenhängendes Furnierbild zusammen, bis dieses auf den Träger gepresst ist. Danach wird es wieder entfernt. Im fertigen Stück bleibt nichts davon übrig, wenn es richtig gemacht wurde.

Warum kein gewöhnliches Klebeband

Gewöhnliches Klebeband, ob Kreppband, Malerband oder Klebefilm, klebt mit einem druckempfindlichen Kleber. Für die Pressvorbereitung bringt das drei Nachteile:

  • Rückstände. Der Kleber kann in den Poren bleiben und später als Fleck unter dem Finish sichtbar werden.
  • Ausrisse. Beim Abziehen reißt ein kräftig haftendes Band leicht Fasern aus dem dünnen Furnier, besonders bei offenporigen Hölzern wie Eiche.
  • Kein Zug. Kunststoff- und Kreppbänder dehnen sich eher, als dass sie ziehen. Eine Fuge, die nicht zusammengezogen wird, kann beim Pressen aufgehen.

Furnierband löst sich dagegen mit Wasser, hinterlässt bei rechtzeitigem Entfernen keine Rückstände und zieht die Fuge beim Trocknen zu. Kreppband mit geringer Klebkraft bleibt trotzdem nützlich: für die Trockenprobe und um eine Vorlage kurz zu fixieren (Intarsia zusammensetzen).

Gelocht oder ungelocht

Furnierband gibt es in zwei Ausführungen. Ungelochtes Band ist eine geschlossene Papierfläche und hält am kräftigsten. Gelochtes Band hat viele kleine Löcher: Man sieht beim Kleben durch das Band hindurch auf die Fuge, und Feuchtigkeit kann schneller entweichen.

Für Intarsia mit vielen kleinen Teilen und kurzen Fugen ist gelochtes Band oft die angenehmere Wahl, weil man jede Fuge noch kontrollieren kann, nachdem das Band sitzt. Für lange, gerade Fugen zwischen größeren Flächen reicht ungelochtes Band. Wichtiger als die Ausführung ist, dass das Band schmal genug für die Teile ist: Ein zu breiter Streifen über kleinen Teilen klebt mehr Fläche ab, als nötig ist.

Furnierband richtig setzen

Bevor das erste Stück Band gesetzt wird, liegen alle Teile in einer Trockenprobe und sind geprüft. Was trocken nicht passt, wird mit Band nicht besser. Dann gilt:

  1. Sichtseite nach oben. Das Band kommt auf die Seite, die später zu sehen ist. Die Rückseite wird verleimt und bleibt frei.
  2. Sparsam anfeuchten. Das Band nur kurz über einen feuchten Schwamm ziehen. Zu viel Wasser lässt das Furnier aufquellen; beim Trocknen schrumpft es wieder, und die Fuge öffnet sich.
  3. Längs und quer. Ein Streifen läuft längs über die Fuge, kurze Querstreifen ziehen die Teile zusammen. Querstreifen gleichmäßig verteilen, damit kein Teil schief gezogen wird.
  4. Andrücken und trocknen lassen. Das Band mit dem Finger oder einer kleinen Rolle andrücken und vollständig trocknen lassen, bevor der Verbund bewegt wird.

Bei sehr dünnen oder kleinen Teilen ist weniger Zug besser. Zieht das Band stärker, als das Furnier steif ist, hebt es die Kanten leicht an. Das sieht man erst im Streiflicht (Intarsia-Qualität prüfen).

Furnierband bei Intarsia mit vielen Teilen

Eine Intarsia besteht oft aus Dutzenden Teilen. Wer sie alle auf einmal abklebt, verliert den Überblick, und kleine Abweichungen summieren sich über das ganze Muster. Besser ist es, in Abschnitten zu arbeiten: Jeder Abschnitt wird für sich gefügt, abgeklebt und geprüft; erst dann werden die Abschnitte an ihren Übergängen miteinander verbunden.

Erst Abschnitte, dann verbinden: Innerhalb eines Abschnitts sind die Fugen abgeklebt, die Übergänge folgen zuletzt.

Wie man Teile registriert und eine Montagedrift vermeidet, beschreibt die Seite Intarsia zusammensetzen.

Beim Verleimen und Pressen

Der abgeklebte Verbund geht als Ganzes in die Presse: Leim auf den Träger, Furnierbild mit der freien Rückseite darauf, Band außen. Weil das Band auf der Sichtseite liegt, kommt es mit dem Leim nur dort in Berührung, wo Leim durch eine Fuge nach oben dringt. Genau dort zeigt sich später, ob zu viel Leim aufgetragen wurde (Verleimen und Pressen).

Wasserbasierter Leim und das angefeuchtete Band bringen beide Feuchtigkeit ins Furnier. Deshalb sollte das Band vor dem Verleimen ganz trocken sein, und der Leim sparsam und gleichmäßig liegen (Klebstoffe für Furnier).

Furnierband rückstandsfrei entfernen

Sobald der Leim ausgehärtet ist, kommt das Band herunter, und zwar bald. Ein feuchter Schwamm weicht es in wenigen Minuten auf; dann lässt es sich in Faserrichtung abziehen oder mit einer stumpfen Klinge abschaben. Nur so viel Wasser wie nötig verwenden, damit sich das Furnier nicht aufstellt.

Der Weg des Furnierbands: von der Trockenprobe bis zum Entfernen bald nach dem Pressen.

Letzte Papier- und Kleberreste nimmt der erste Schleifgang mit (Furnier schleifen). Bleibt das Band dagegen lange auf der Fläche, wird sein Kleber fester, und beim Abziehen reißen leichter Fasern aus. Reste, die übersehen werden, zeigen sich unter dem Finish als matte oder helle Flecken.

Nach dem Pressen, vor dem Schleifen: Die Fugen sind geschlossen, Kratzer und letzte Reste verschwinden erst beim Schliff.

Foto: Reihax

Typische Fehler mit Furnierband

  • Band auf der Leimseite. Es wird mit eingepresst und bleibt dauerhaft in der Leimfuge; die Verbindung ist an dieser Stelle geschwächt.
  • Zu nass gesetzt. Das Furnier quillt, und nach dem Trocknen öffnet sich die Fuge wieder.
  • Zu spät entfernt. Der Kleber sitzt fest, beim Abziehen reißen Fasern aus.
  • Falsches Band. Druckempfindlicher Kleber hinterlässt Rückstände, die erst unter dem Finish sichtbar werden.
  • Zu viel Zug. Dünne Teile werden angehoben oder schief gezogen.

Weitere Fehlerquellen der ganzen Werkstattkette sammelt die Seite Intarsia-Fehler vermeiden.

Häufige Fragen

Kann ich normales Kreppband statt Furnierklebeband nehmen?

Für die Trockenprobe und kurzes Fixieren ja, für die Pressvorbereitung besser nicht. Kreppband klebt mit einem druckempfindlichen Kleber, der Rückstände hinterlassen und beim Abziehen Fasern aus dem Furnier reißen kann, besonders bei offenporigem Holz wie Eiche. Es dehnt sich außerdem, statt die Fuge zusammenzuziehen.

Auf welche Seite kommt das Furnierklebeband?

Auf die Sichtseite, also die Seite, die später zu sehen ist. Die Rückseite wird verleimt und muss frei bleiben. Band auf der Leimseite würde mit eingepresst und bliebe dauerhaft in der Leimfuge.

Wann wird das Band wieder entfernt?

Möglichst bald nach dem Pressen, wenn der Leim ausgehärtet ist. Das Band wird mit einem feuchten Schwamm kurz angefeuchtet und dann vorsichtig abgezogen oder abgeschabt; letzte Reste nimmt der erste Schleifgang mit. Je länger es sitzt, desto fester wird sein Kleber.

Was ist gelochtes Furnierklebeband?

Ein Band mit vielen kleinen Löchern. Durch die Löcher sieht man die Fuge, während man klebt, und Feuchtigkeit kann leichter entweichen. Ungelochtes Band hält dafür etwas kräftiger. Für Intarsia mit vielen kleinen Teilen ist gelochtes Band oft die angenehmere Wahl.