Reihax
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Finishing

Lackieren

Lack bildet einen geschlossenen Film auf dem Holz. Er schützt stark, verändert aber auch, wie sich Holz anfühlt, wie es altert und wie es repariert wird. Diese Seite erklärt, welche Lacke es gibt, wie Lack auf Furnier und Intarsia aufgetragen wird, welche Fehler typisch sind und wie sich Lack von Hartwachsöl unterscheidet, dem Finish aller Reihax-Stücke.

Lack und Hartwachsöl im Querschnitt, die Schichtdicken stark überzeichnet: Lack liegt als Film auf dem Holz, Hartwachsöl zieht ein und bildet oben nur eine dünne Schicht.

Was Lack ist

Lack ist ein filmbildendes Finish. Er wird flüssig aufgetragen, und wenn Wasser oder Lösemittel verdunstet sind und das Bindemittel ausgehärtet ist, liegt eine geschlossene Schicht auf dem Holz. Öle dagegen ziehen in die oberen Fasern ein und härten dort aus; Hartwachsöl verbindet das mit einer dünnen Wachsschicht an der Oberfläche. Der Unterschied ist im Querschnitt klein, im Alltag aber groß: Er bestimmt, wie die Fläche sich anfühlt, wie sie Wasser verträgt und wie sie repariert wird.

Für Furnier und Intarsia kommen vor allem drei Gruppen infrage:

  • Wasserlack: meist auf Acryl- oder Acryl-Polyurethan-Basis. Er riecht wenig, vergilbt kaum und hält helle Hölzer wie Esche hell. Beim ersten Auftrag stellt das Wasser die Fasern auf, und er feuert das Holz weniger an, sodass dunkle Hölzer etwas flacher wirken können.
  • Nitrolack: trocknet sehr schnell und lässt sich leicht nachbessern, weil eine neue Schicht die alte wieder anlöst. Er ist weniger widerstandsfähig als Polyurethan, braucht gute Lüftung und vergilbt mit der Zeit.
  • Polyurethanlack: als Ein- oder Zweikomponentenlack sehr hart und widerstandsfähig. Lösemittelhaltige Varianten feuern das Holz stark an und wärmen helle Hölzer. Zweikomponentenlack verlangt genaues Mischen und Schutzausrüstung.

Lack in der Spraydose ist meist einer dieser Typen in kleiner Menge. Er eignet sich für kleine Objekte, setzt aber gleichmäßige Bewegung und mehrere sehr dünne Gänge voraus.

Wie Lack Holz und Kontrast verändert

Jedes Finish verändert die Farbe des Holzes, Lack nicht weniger als Öl. Der Effekt heißt Anfeuern: Die Maserung tritt deutlicher hervor, die Töne werden tiefer. Lösemittellacke und Öle feuern stark an und geben hellen Hölzern einen wärmeren, leicht gelblichen Ton. Wasserlacke feuern wenig an; helle Hölzer bleiben näher an ihrer rohen Farbe, dunkle wirken dafür etwas weniger tief.

In der Intarsia ist das eine Kontrastfrage. Ein Paar aus Wenge und Esche lebt vom Helligkeitsabstand. Ein Finish, das Wenge vertieft und Esche hell lässt, vergrößert den Abstand; eines, das beide wärmt, verschiebt ihn. Wie sich das bei verschiedenen Paarungen auswirkt, beschreibt die Seite Kontrast und Farbtemperatur. Sicher weiß man es erst an einem Probestück aus denselben Hölzern.

Flow Nr. 2 roh und mit Hartwachsöl. Jedes Finish feuert an und verändert den Kontrast; ein Wasserlack hätte die Esche vermutlich heller gelassen und das Wenge weniger vertieft. Links Werkstattlicht, rechts Studiolicht.

Foto: Reihax

Was bei Furnier anders ist

Lackieren auf Massivholz verzeiht mehr als auf Furnier. Drei Punkte verlangen bei Furnier und Intarsia besondere Aufmerksamkeit:

  • Zwischenschliff kostet Stärke: Jede Lackschicht wird vor der nächsten angeschliffen. An Kanten und Ecken ist das Furnier schnell durchgeschliffen, und eine durchgeschliffene Stelle lässt sich unter Lack nicht verstecken (Fehler beheben).
  • Wasser stellt Fasern auf: Wasserlack richtet beim ersten Auftrag die Fasern auf. Man feuchtet die geschliffene Fläche deshalb vorher mit einem feuchten Tuch an, lässt sie trocknen und schleift die aufgestellten Fasern fein ab. Danach bleibt die erste Lackschicht glatter.
  • Offene Poren: Grobporige Hölzer wie Eiche, Esche und Wenge nehmen Lack in die Poren auf. Bleiben die Poren sichtbar, spricht man von einer offenporigen Oberfläche; sollen sie verschwinden, braucht es mehr Schichten oder einen Porenfüller. Für Intarsia, deren Fugen klar bleiben sollen, ist offenporig meist die ruhigere Wahl.

Lack auftragen

Eine Lackierung in vier Schritten. Trockenzeiten und Körnung stehen auf dem Gebinde und gehen vor.

Lack wird in dünnen Schichten aufgebaut, nicht in einer dicken. Eine dicke Schicht läuft an senkrechten Flächen, trocknet ungleichmäßig und überbrückt die Fugen eines Musters, sodass die Grenze zwischen zwei Hölzern weicher wirkt. Typisch ist ein Aufbau aus einer Grundierung oder einem Sperrgrund, einem feinen Zwischenschliff und ein bis zwei Deckschichten.

  • Sprühen: mit Sprühpistole oder Spraydose. Gibt die gleichmäßigste Oberfläche, verlangt aber eine staubfreie, gut belüftete Umgebung und gleichmäßige Bahnen mit etwas Überlappung.
  • Pinsel oder Rolle: mit einem feinen Lackpinsel oder einer Schaumstoffrolle, zügig und in Faserrichtung. Auf kleinen Flächen gut machbar; Pinselspuren verlaufen nur, wenn der Lack dafür ausgelegt ist.
  • Umgebung: etwa Zimmertemperatur und normale Luftfeuchte. Kälte verlängert die Trockenzeit, hohe Feuchte kann Lösemittellacke milchig anlaufen lassen.
  • Zwischenschliff: mit feinem Papier, etwa Korn 320 bis 400, oder Schleifvlies, nur so viel, dass die Fläche matt und glatt ist. Danach gründlich entstauben.

Glanzgrad

Lacke gibt es von matt über seidenmatt und seidenglänzend bis hochglänzend. Der Glanzgrad verändert mehr als den Eindruck von Wert: Je höher der Glanz, desto stärker spiegelt die Fläche und desto deutlicher zeigt sie jeden Kratzer, jede Unebenheit und jeden Staubeinschluss. Auf kleinen Objekten unter einer Schreibtischlampe erzeugt Hochglanz Lichtflecken, die das Muster überdecken. Matte und seidenmatte Oberflächen halten das Licht ruhig (Matte Oberflächen). Reihax-Stücke sind seidenmatt, allerdings mit Hartwachsöl, nicht mit Lack.

Typische Fehler beim Lackieren

  • Läufer und Tränen: zu viel Lack auf einmal, besonders an senkrechten Flächen. Nach dem Aushärten abschleifen und dünn nachlackieren.
  • Orangenhaut: eine genarbte Oberfläche, meist beim Sprühen mit falschem Abstand oder zu dickem Lack. Flach schleifen und neu auftragen.
  • Staubeinschlüsse: Körner im Film aus der Luft oder vom Werkstück. Vorher gründlich entstauben, nicht in einem Raum lackieren, in dem gerade geschliffen wurde.
  • Krater: kleine runde Fehlstellen, an denen der Lack auseinanderläuft, meist durch Silikon- oder Fettreste auf der Fläche.
  • Milchiges Anlaufen: bei Lösemittellacken in feuchter oder kalter Luft. Wärmer und trockener arbeiten.
  • Durchgeschliffene Kanten: beim Zwischenschliff an Kanten und Ecken. Mit kaum Druck und nur in der Fläche schleifen.

Lack oder Hartwachsöl

Lack ist keine bessere oder schlechtere Wahl als Öl, sondern eine andere. Er schützt stärker gegen Wasser, Flecken und Abrieb und bildet eine glatte, geschlossene Fläche. Dafür liegt eine Schicht zwischen Hand und Holz, und ein Kratzer im Film wird meist nicht an der Stelle, sondern an der ganzen Fläche ausgebessert. Öl und Hartwachsöl lassen das Holz fühlbar und lassen sich örtlich nachbehandeln, schützen aber weniger gegen stehendes Wasser.

  • Eher Lack: wenn Feuchtigkeit und Flecken wahrscheinlich sind, wenn helle Hölzer möglichst hell bleiben sollen (mit Wasserlack) oder wenn eine glatte, geschlossene Fläche gewünscht ist.
  • Eher Hartwachsöl: wenn das Holz fühlbar bleiben soll, wenn die Fläche später einfach aufgefrischt werden soll und wenn ein ruhiger, seidenmatter Glanz gewünscht ist.

Reihax lackiert nicht. Alle Stücke, die Stifteboxen ebenso wie die Wandbilder, werden mit Hartwachsöl in seidenmatter Ausführung behandelt, in zwei dünnen Schichten mit einem Zwischenschliff aus feinem Schleifvlies. Wie Hartwachsöl aufgetragen und gepflegt wird, steht unter Hartwachsöl und Pflege handgemachter Holzobjekte.

Checkliste vor dem Lackieren

  • Lackart nach gewünschter Wirkung gewählt: Wasserlack hält hell, Lösemittellack feuert an
  • Probestück aus denselben Hölzern lackiert und im späteren Licht geprüft
  • Fläche fertig geschliffen, entstaubt, frei von Fett und Silikon
  • Bei Wasserlack: Fläche vorher angefeuchtet und aufgestellte Fasern nachgeschliffen
  • Dünne Schichten, Zwischenschliff mit kaum Druck, Kanten geschont
  • Staubfreier, belüfteter Raum bei Zimmertemperatur
  • Trockenzeiten und Körnung nach Angabe des Herstellers

Häufige Fragen

Kann man Intarsien lackieren?

Ja. Lack ist ein verbreitetes Finish für Furnier und Intarsia und schützt besonders gut gegen Wasser und Flecken. Wichtig sind dünne Schichten, ein vorsichtiger Zwischenschliff, damit das dünne Furnier an Kanten nicht durchgeschliffen wird, und ein Probestück mit derselben Holzkombination, weil Lack helle und dunkle Hölzer unterschiedlich verändert.

Wasserlack oder Lösemittellack für Furnier?

Wasserlack riecht wenig, vergilbt kaum und hält helle Hölzer hell, stellt beim ersten Auftrag aber die Fasern auf und feuert das Holz weniger an. Lösemittellacke wie Nitro- oder Polyurethanlack trocknen anders, feuern stärker an und wärmen helle Hölzer, brauchen aber gute Lüftung. Welcher passt, hängt davon ab, wie das Holz am Ende wirken soll.

Lack oder Öl für Intarsia?

Lack schützt stärker gegen Wasser und Flecken und bildet eine glatte, geschlossene Oberfläche. Öl und Hartwachsöl ziehen ein, lassen das Holz fühlbar und lassen sich örtlich ausbessern. Reihax verwendet für alle Stücke Hartwachsöl in seidenmatter Ausführung; Lack ist eine gute Wahl, wo Schutz vor Feuchtigkeit wichtiger ist als Haptik und einfache Reparatur.

Wie viele Schichten Lack braucht Furnier?

Meist eine Grundierung und ein bis zwei Deckschichten, jeweils dünn aufgetragen und dazwischen fein angeschliffen. Mehr Schichten bauen mehr Film auf, der Fugen optisch überbrückt und das Holz weiter vom Auge entfernt. Die Angaben des Herstellers zu Trockenzeit und Körnung gehen vor.