Reihax
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Finishing

UV-Licht und Alterung

Holz behält seine Farbe nicht. Licht und Luft verändern es über Monate und Jahre, und nicht jedes Holz in dieselbe Richtung. In der Intarsia, die vom Kontrast zwischen Hölzern lebt, heißt das: Der Kontrast wandert. Diese Seite zeigt, wie sich die Hölzer von Reihax verändern, was ein Finish dagegen ausrichtet und wie man ein Stück so platziert, dass es gleichmäßig altert.

Die Richtung, in die sich die Reihax-Hölzer im Licht verändern. Wie stark und wie schnell, hängt vom Licht, vom Finish und vom einzelnen Stamm ab.

Warum Holz im Licht die Farbe ändert

Zwei Vorgänge laufen gleichzeitig ab. Ultraviolettes und kurzwelliges sichtbares Licht zersetzen das Lignin an der Oberfläche, den Stoff, der die Holzfasern zusammenhält. Helle Hölzer werden dadurch gelblicher und bräunlicher. Zugleich verändern Licht und Sauerstoff die Inhaltsstoffe des Holzes, die ihm seine Farbe geben. Je nach Holzart dunkeln sie dabei nach oder bleichen aus.

Die Veränderung sitzt in einer sehr dünnen Schicht an der Oberfläche und ist in den ersten Monaten am stärksten. Danach wird sie langsamer, hört aber nicht ganz auf. Bei Massivholz lässt sich die veränderte Schicht abschleifen. Bei Furnier ist die ganze sichtbare Lage nur Bruchteile eines Millimeters dick, und viel Spielraum zum Abschleifen gibt es nicht.

Wie sich die Reihax-Hölzer verändern

Reihax arbeitet mit sieben Hölzern. Jedes verändert sich im Licht anders:

  • Esche: wird gelblicher und wärmer. Das kühle, fast weiße Hell des frisch geschliffenen Holzes geht in ein helles Gelbbraun über.
  • Eiche: wird goldener und etwas dunkler, ein Vorgang, der Eiche über die Jahre den bekannten honigfarbenen Ton gibt.
  • Nussbaum: wird in der Regel heller und wärmer. Das kühle Schokoladenbraun verliert an Tiefe und geht ins Goldbraune.
  • Mahagoni: dunkelt nach und wird tiefer rotbraun. Frisch geschliffenes Mahagoni wirkt heller und rosiger als ein Stück, das einige Monate im Licht stand.
  • Wenge: verändert sich vergleichsweise wenig. Es bleibt dunkel; Veränderungen fallen bei einem so dunklen Holz auch weniger auf.
  • Ahorn: vergilbt und wird mit den Jahren eher elfenbeinfarben als weiß.
  • Kirsche: dunkelt von allen sieben Hölzern am deutlichsten nach, von hellem, rosigem Braun zu tiefem Rotbraun.

Das sind Richtungen, keine festen Werte. Wie stark sich ein Stück verändert, hängt davon ab, wie viel und welches Licht es bekommt, welches Finish es trägt und aus welchem Stamm das Furnier kommt.

Was das für den Kontrast bedeutet

Eine Intarsia ist für einen bestimmten Kontrast gebaut. Weil die beteiligten Hölzer sich in verschiedene Richtungen verändern, verschiebt sich dieser Kontrast mit der Zeit. Wie stark, hängt von der Paarung ab:

  • Nussbaum mit Esche: Nussbaum wird heller, Esche gelblicher. Die beiden rücken aufeinander zu, der Kontrast nimmt am deutlichsten ab, und das Spiel aus warm gegen kühl wird schwächer.
  • Wenge mit Eiche: Wenge bleibt dunkel, Eiche wird goldener. Der Helligkeitsabstand bleibt groß; die Paarung wird insgesamt wärmer.
  • Wenge mit Esche: Die Esche wird gelblicher, das Wenge bleibt. Der Kontrast bleibt stark, verliert aber etwas von seiner kühlen Schärfe.
  • Esche mit Mahagoni: Mahagoni dunkelt nach, Esche wird gelblicher. Der Helligkeitsabstand bleibt ungefähr erhalten, beide Hölzer werden wärmer.
Links Nussbaum mit Esche, rechts Wenge mit Eiche. Die linke Paarung lebt von warm gegen kühl und verändert sich im Licht stärker, weil beide Hölzer aufeinander zu wandern.

Foto: Reihax

Für die Planung heißt das: Eine Paarung, die vom Helligkeitsabstand lebt, altert berechenbarer als eine, die von feinen Farbunterschieden lebt. Wie Helligkeit und Farbtemperatur zusammenwirken, beschreibt die Seite Kontrast und Farbtemperatur.

Was ein Finish ausrichtet

Kein klares Finish hält die Lichtalterung auf. Es kann sie verlangsamen oder ihre Richtung leicht verändern, mehr nicht:

  • Öle und Hartwachsöl vertiefen die Töne beim Auftragen und bringen durch das Öl selbst einen leicht warmen Ton mit, vor allem auf hellen Hölzern. Gegen Licht schützen sie kaum.
  • Lacke mit UV-Absorbern verlangsamen die Veränderung, besonders bei hellen Hölzern. Aufhalten können sie sie nicht (Lackieren).
  • Pigmentierte Finishes schützen besser, weil die Pigmente Licht abhalten, verdecken aber auch das Holz und kommen für Intarsia kaum infrage.

Alle Reihax-Stücke tragen Hartwachsöl in seidenmatter Ausführung (Hartwachsöl). Die Hölzer altern darunter so, wie oben beschrieben. Was die Veränderung gleichmäßig hält, ist deshalb weniger das Finish als der Platz, an dem ein Stück steht oder hängt.

Schattenkanten

Wo etwas das Holz abdeckt, altert es nicht mit. Eine Box, die monatelang am selben Platz auf einer Holzfläche steht, hinterlässt beim Verschieben einen helleren Umriss. Bei einem Wandbild bleibt der Rand, den der Rahmenfalz verdeckt, heller als die Fläche, was man erst sieht, wenn das Bild ausgerahmt wird. Auch eine Stiftebox, die immer mit derselben Seite zum Fenster steht, altert auf dieser Seite schneller als auf den anderen.

Schattenkanten: Wo eine Box stand oder ein Rahmen das Holz verdeckt hat, bleibt die Fläche heller.

Schattenkanten wachsen mit der Zeit nicht ganz zu, werden aber schwächer, wenn die abgedeckte Fläche anschließend ins Licht kommt. Wer Objekte gelegentlich verschiebt oder dreht, verhindert, dass sie überhaupt entstehen.

Richtig platzieren

  • Keine direkte Sonne: Ein Platz, auf den die Sonne regelmäßig fällt, altert ein Stück in Monaten so stark wie ein schattiger in Jahren. Das gilt auch hinter Glas, denn Fensterglas lässt einen Teil des UV-Lichts und das sichtbare Licht durch.
  • Gleichmäßiges Licht: Ein Wandbild hängt besser an einer Wand mit gleichmäßigem, indirektem Licht als neben einem Fenster, das eine Hälfte stärker beleuchtet (Intarsia-Wandbilder).
  • Künstliches Licht: LED-Leuchten geben kaum UV-Licht ab und tragen wenig zur Alterung bei.
  • Gelegentlich drehen: Stifteboxen und andere Objekte auf dem Tisch von Zeit zu Zeit drehen oder verschieben, damit alle Seiten gleich altern und keine Schattenkanten entstehen.
  • Furnier dunkel lagern: Was noch nicht verarbeitet ist, liegt abgedeckt, damit der oberste Bogen nicht anders altert als die darunter (Furnier lagern).

Wie Holzobjekte sonst gepflegt werden, steht unter Pflege handgemachter Holzobjekte.

Patina, Reparatur und Nachbestellung

Lichtalterung ist kein Schaden, sondern Patina, und viele schätzen gerade den warmen Ton gealterter Eiche oder das tiefe Rotbraun von altem Mahagoni. Zum Problem wird sie dort, wo Neues neben Altes kommt: Ein ersetztes Feld in einer älteren Intarsia ist zunächst heller oder dunkler als seine Nachbarn (Fehler beheben). Und ein Stück, das heute entsteht, sieht neben einem gleichen Stück, das seit zwei Jahren auf einem hellen Schreibtisch steht, anders aus, obwohl beide gleich gebaut sind.

Drei Holzpaarungen von THINK BIGGER. Jede wird im Licht wärmer, aber nicht jede verliert gleich viel Kontrast.

Foto: Reihax

Wer ein zweites Stück zu einem vorhandenen sucht, sollte das wissen: Der Unterschied ist in den ersten Monaten am größten und wird kleiner, wenn das neue Stück im selben Raum mitaltert.

Checkliste für gleichmäßiges Altern

  • Kein Platz mit regelmäßiger direkter Sonne, auch nicht hinter Glas
  • Gleichmäßiges, eher indirektes Licht auf der ganzen Fläche
  • Objekte gelegentlich drehen oder verschieben
  • Keine Deckchen, Unterlagen oder Gegenstände dauerhaft auf Holzflächen
  • Bei der Holzwahl bedenken, welche Paarungen ihren Kontrast halten
  • Unverarbeitetes Furnier abgedeckt und dunkel lagern
  • Neue Teile neben alten erst nach einiger Zeit im selben Licht beurteilen

Häufige Fragen

Verändert Holz im Licht seine Farbe?

Ja, jedes Holz. Ultraviolettes und sichtbares Licht zersetzen Bestandteile an der Oberfläche, und Inhaltsstoffe oxidieren. Helle Hölzer wie Esche und Eiche werden dadurch gelblicher und wärmer, Mahagoni dunkelt nach, Nussbaum wird eher heller. Die stärkste Veränderung geschieht in den ersten Monaten, danach wird sie langsamer.

Wird Nussbaum mit der Zeit heller oder dunkler?

In der Regel heller. Frisch geschliffener Nussbaum ist kühl schokoladenbraun; im Licht verliert er an Tiefe und wird wärmer und heller, eher goldbraun. Neben einem hellen Holz wie Esche, die zugleich gelblicher wird, nimmt der Kontrast deshalb über die Jahre ab.

Schützt Hartwachsöl vor UV-Licht?

Kaum. Hartwachsöl schützt gegen Schmutz und Feuchtigkeit, nicht gegen die Farbveränderung durch Licht. Manche Lacke und Öle enthalten UV-Absorber, die den Vorgang verlangsamen, aufhalten kann ihn kein klares Finish. Wirksamer ist der Platz: kein direktes Sonnenlicht und keine Abdeckungen, die Schattenkanten hinterlassen.

Schützt eine Fensterscheibe das Holz?

Nur teilweise. Normales Fensterglas hält den kurzwelligsten Teil des UV-Lichts zurück, lässt aber langwelliges UV und sichtbares Licht durch, und beide verändern Holz ebenfalls. Ein Stück direkt hinter einem sonnigen Fenster altert deshalb deutlich schneller als eines an einer Wand ohne direkte Sonne.