Reihax
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Projekt

Intarsia-Wandbilder: Entwurf, Bau und Wirkung

Ein Wandbild aus Intarsia wird anders gesehen als ein Objekt auf dem Schreibtisch: zuerst aus einigen Metern, dann aus der Nähe. Es muss in beiden Abständen funktionieren. Diese Seite zeigt an den Reihax-Wandbildern Flow und Fracture, wie Form, Hölzer, Fassung und Licht dafür zusammenspielen.

Flow Nr. 1 und Fracture: zwei Wandbilder aus denselben vier Hölzern, eines mit fließender, eines mit gebrochener Form.

Foto: Reihax

Was ein Intarsia-Wandbild ausmacht

Ein Intarsia-Wandbild ist eine Fläche aus gefügten Furnierstücken, die nicht benutzt, sondern angesehen wird. Das Bild entsteht allein aus dem Holz: aus dem Helligkeitsabstand der Hölzer, aus ihrer Maserung und aus den Fugen zwischen ihnen. Farbe, Druck oder Gravur kommen nicht vor. Was bei einem Stiftehalter auf wenigen Zentimetern passiert, breitet sich hier über eine ganze Fläche aus.

Daraus ergeben sich andere Aufgaben als bei kleinen Objekten. Ein Stiftehalter wird in die Hand genommen und aus der Nähe gesehen; ein Wandbild muss auch aus dem Raum heraus wirken. Es braucht eine Form, die auf Abstand trägt, eine Fläche, die über Jahre plan bleibt, und einen Platz, an dem das Licht dem Holz hilft.

Zwei Betrachtungsabstände

Jedes Wandbild wird zweimal gesehen. Aus drei oder vier Metern zählt nur die große Form: die Verteilung von hell und dunkel, die Richtung der Linien, das Gewicht der Flächen. Aus der Nähe zählen die Einzelheiten: die Maserung jedes Stücks, ein Ast, die Schärfe der Fugen. Ein gelungenes Bild hält in beiden Abständen etwas bereit.

Für den Entwurf heißt das: zuerst die große Form, dann das Holz. Wer ein Motiv aus der Ferne nicht lesen kann, rettet es aus der Nähe nicht mehr. Umgekehrt braucht eine starke Form ruhige, gut gewählte Hölzer, damit sie aus der Nähe nicht beliebig wirkt. Wie sich Formen mit der Größe verändern, erklärt die Seite Furniermuster skalieren.

Formsprache: frei oder geometrisch

Intarsia ist an keine Formsprache gebunden, und ein Wandbild ist der Ort, an dem sich das am deutlichsten zeigt. Flow arbeitet mit weichen Kurven, die quer über die Fläche ziehen und an Wasser oder geschichtetes Gestein erinnern. Fracture arbeitet mit geraden Kanten, die aus einem Punkt herausbrechen. Beide sind aus denselben Hölzern gelegt; die Wirkung ist trotzdem gegensätzlich: ruhig das eine, aufgeladen das andere.

Freie Formen verlangen gleichmäßige Kurven ohne Knick, weil jede Unsicherheit beim Schneiden im fertigen Bild als Zacke sichtbar bleibt. Geometrische Formen verlangen gerade, exakt anschließende Kanten; bei Fracture zeigen die schwarzen Linien jede Abweichung. Welche Form man wählt, ist eine gestalterische Entscheidung, keine handwerkliche Erleichterung. Für geometrische Entwürfe gibt die Seite Geometrische Muster planen das Vorgehen.

Geometrisch: das Zentrum von Fracture, wo die Scherben am kleinsten sind und die Kontraste am dichtesten.

Foto: Reihax

Hölzer als Tonstufen

In einem Wandbild übernehmen die Hölzer die Rolle, die in einer Zeichnung die Grautöne haben. Mit zwei Hölzern entsteht ein klares Zweitonbild, grafisch wie ein Scherenschnitt. Mit drei oder vier Hölzern entstehen Zwischenstufen, und damit Tiefe: Flächen können vor- und zurücktreten, Übergänge werden weicher.

Flow und Fracture nutzen vier Stufen. Wenge ist das tiefste Dunkel, Nussbaum ein warmes mittleres Braun, Eiche und Esche sind die hellen Töne. Wichtig ist, dass benachbarte Flächen sich in der Helligkeit klar genug unterscheiden; zwei ähnlich helle Hölzer nebeneinander verschwimmen aus der Entfernung zu einer Fläche. Wie man Helligkeit und Farbtemperatur gegeneinander abwägt, steht unter Kontrast und Farbtemperatur.

Dazu kommt die Maserung. Läuft sie in einem Band oder einer Scherbe in deren Längsrichtung, verstärkt sie die Bewegung der Form; läuft sie quer, bremst sie. Die Entscheidung fällt für jedes einzelne Stück (Maserungsrichtung).

Fassung: Rahmen oder eingelegter Rand

Ein Wandbild braucht eine Kante, an der es endet. Dafür gibt es zwei Wege. Ein Rahmen fasst das Bild von außen, schützt die Plattenkanten und setzt es mit einer schmalen Schattenfuge von der Wand ab. Ein eingelegter Rand aus dunklem Furnier gehört dagegen zur Intarsia selbst: Die Form läuft bis an diesen Rand und endet dort, und das Panel kommt ohne Rahmen aus.

Zwei Fassungen desselben Motivs: Flow Nr. 1 im Rahmen (links), Flow Nr. 2 mit eingelegtem Rand (rechts).

Foto: Reihax

Der Rahmen gibt eine klassische Bildwirkung; der eingelegte Rand wirkt flacher, mehr Objekt als Bild. Bei Flow gibt es beide Lösungen nebeneinander, Fracture ist gerahmt.

Der Rahmen von Flow Nr. 1 von der Seite: Zwischen Bildfläche und Rahmen bleibt eine schmale Schattenfuge.

Foto: Reihax

Vom Entwurf zur fertigen Fläche

Der Bau eines Wandbilds folgt derselben Werkstattkette wie jede Intarsia, nur auf größerer Fläche. Die Furnierteile werden geschnitten und gefügt, bis das Bild ohne Spalt geschlossen ist (Intarsia zusammensetzen). Dann wird es auf einen Träger verleimt und gepresst (Verleimen und Pressen).

Flow Nr. 2 nach dem Pressen, noch ungeschliffen: Alle Bänder liegen in einer Ebene.

Foto: Reihax

Bei einer Fläche von 40 × 40 cm wird der Träger wichtiger als bei einem kleinen Objekt. Er muss formstabil sein, und wie jede furnierte Platte braucht er auf der Rückseite einen Gegenzug, damit die Spannung des Furniers auf beiden Seiten gleich ist und die Platte plan bleibt. Ein Wandbild, das sich nach einem Winter leicht wölbt, sieht man im Streiflicht sofort.

Nur einseitig furniert, wölbt sich eine Platte zur Furnierseite. Mit Gegenzugfurnier heben sich die Kräfte auf.

Welche Trägermaterialien sich eignen, beschreibt die Seite Träger und Untergründe. Danach wird in Stufen bündig geschliffen (Furnier schleifen) und mit einem Finish geschützt, das alle Töne vertieft und den Kontrast für die Wand schärft (Finish für Furnier).

Erst das Finish gibt dem Wandbild seinen Kontrast: Flow Nr. 2 roh und fertig. Links Werkstattlicht, rechts Studiolicht.

Foto: Reihax

Licht und Hängung

Holz verändert sich mit dem Licht, und ein Wandbild hängt jahrelang am selben Ort. Direkte Sonne verändert die Hölzer unterschiedlich schnell: Esche und Eiche werden gelblicher, Nussbaum eher heller, Wenge kaum, und der geplante Kontrast verschiebt sich (UV-Licht und Alterung). Eine Wand ohne direkte Sonne schont das Bild. Ebenso ungünstig ist der Platz direkt über einer Heizung, weil schnelle Wechsel von Wärme und Feuchte die Fläche belasten.

Seitliches Licht dagegen ist ein Gewinn. Eine Lampe oder ein Fenster, das schräg über das Bild streicht, holt die Maserung hervor und lässt Flächen mit wechselnder Faserrichtung unterschiedlich glänzen. Für die Höhe gilt die Regel für jedes Bild: Die Mitte etwa auf Augenhöhe, damit man aus der Nähe nicht von unten auf die Fläche sieht. Zur Pflege genügt ein trockenes, weiches Tuch (Pflege handgemachter Holzobjekte).

Wie Reihax Wandbilder baut

Reihax-Wandbilder messen 40 × 40 cm und sind aus vier Hölzern gelegt: Wenge, Nussbaum, Eiche und Esche. Jedes Panel wird nur einmal verkauft und ist nummeriert; bei Flow stehen auf der Rückseite Titel, Nummer, Jahr und die verwendeten Holzarten. Ein Motiv kann mehr als einmal gelegt werden, aber kein Stück gleicht dem anderen, weil jedes Holz seine eigene Zeichnung mitbringt.

Die Rückseiten von Flow Nr. 1 und Nr. 2: Titel, Nummer, Jahr und Holzarten.

Foto: Reihax

Die aktuellen Wandbilder und ihre Geschichte stehen auf den Produktseiten Flow und Fracture.

Häufige Fragen

Welche Größe ist für ein Intarsia-Wandbild sinnvoll?

Das hängt vom Raum und vom Motiv ab. Die Reihax-Wandbilder messen 40 × 40 cm: groß genug, um aus einigen Metern als Bild zu wirken, und klein genug, dass jede Fuge von Hand sauber gearbeitet werden kann. Größere Formate verlangen größere Formen und einen besonders formstabilen Träger.

Wie viele Holzarten braucht ein Wandbild?

Zwei Hölzer ergeben eine klare, grafische Wirkung wie ein Scherenschnitt. Drei oder vier Hölzer erlauben Abstufungen und damit Tiefe. Flow und Fracture nutzen vier Hölzer als vier Helligkeitsstufen, von fast schwarzem Wenge bis zu heller Esche.

Braucht ein Intarsia-Wandbild einen Rahmen?

Nicht unbedingt. Ein Rahmen schützt die Kanten, setzt das Bild von der Wand ab und gibt ihm eine klassische Bildwirkung. Ein eingelegter Rand aus Furnier ersetzt den Rahmen und lässt das Panel flacher und ruhiger wirken. Bei Flow gibt es beide Lösungen: Nr. 1 gerahmt, Nr. 2 mit eingelegtem Rand.

Wo sollte ein Wandbild aus Holz hängen?

An einer Wand ohne direkte Sonne und nicht unmittelbar über einer Heizung. Starkes Licht verändert die Hölzer unterschiedlich, manche dunkeln nach, Nussbaum wird eher heller, und verschiebt so den Kontrast; schnelle Wechsel von Wärme und Feuchte belasten die Fläche. Seitliches Licht von einer Lampe oder einem Fenster bringt die Maserung zur Geltung.