Reihax
DE | EN

Werkstatt

Kleine Objekte in Kleinserie produzieren

Zwischen dem Einzelstück und der Serienfertigung liegt die Kleinserie: dasselbe Objekt, wenige Male, in einem Durchgang. Bei Reihax sind das meist zwei bis fünf Stifteboxen. Diese Seite zeigt, welche Schritte sich gemeinsam erledigen lassen, welche jedes Stück für sich braucht und wo die Zeit tatsächlich hingeht.

Eine Kleinserie in acht Schritten. Holzwahl, Zuschnitt, Pressen, Finish und Endkontrolle laufen für die ganze Charge, Trockenprobe, Montage und Schleifen Stück für Stück. Montage und Schleifen kosten die meiste Zeit.

Was eine Kleinserie ist

Ein Einzelstück wird einmal entworfen und einmal gebaut. Eine Serie wird einmal entworfen und oft gebaut, mit Maschinen, die jeden Schritt wiederholen. Die Kleinserie liegt dazwischen: Ein Objekt entsteht einige Male in einem Durchgang, und jedes Stück wird weiterhin von Hand gefügt, geschliffen und geprüft.

Bei Reihax sind das meist zwei bis fünf Stifteboxen auf einmal, etwa THINK BIGGER oder FOCUS. Diese Größenordnung ist für kleine Intarsia-Objekte typisch: groß genug, dass sich die Vorbereitung für jeden Schritt auf mehrere Stücke verteilt, und klein genug, dass jedes Stück die volle Aufmerksamkeit bekommt.

Vier Stifteboxen auf derselben Grundform. Ein gemeinsamer Korpus macht es leichter, verschiedene Motive in einer Charge zu bauen.

Foto: Reihax

Warum in Chargen arbeiten

Fast jeder Schritt in der Intarsia hat eine Vorbereitung, die unabhängig von der Stückzahl anfällt: die Furnierbögen auswählen und vergleichen, den Laser einrichten und einen Probeschnitt machen, den Leim anrühren, die Presse vorbereiten, das Finish ansetzen und den Arbeitsplatz staubfrei machen. Wer diese Vorbereitung für mehrere Stücke einmal erledigt, spart Zeit, ohne an Sorgfalt zu sparen.

Der zweite Vorteil ist der Vergleich. Stücke, die gemeinsam entstehen, liegen nebeneinander: bei der Holzwahl, nach dem Pressen und am Ende im selben Licht. Ein Teil, das zu hell, zu dunkel oder leicht verschoben ist, fällt neben seinen Geschwistern sofort auf. Wartezeiten wie das Trocknen von Leim und Finish überschneiden sich, statt sich aneinanderzureihen.

Eine Charge hat aber auch Grenzen. Ein Fehler in der Vorbereitung trifft alle Stücke zugleich, etwa eine Schablone, die nicht stimmt (Schablonenarbeit). Und die Aufmerksamkeit lässt nach, wenn das fünfte Stück genauso sorgfältig gefügt werden soll wie das erste. Die praktische Obergrenze setzt meist die Presse: In eine Charge gehören nur so viele Stücke, wie die Presse mit gleichmäßigem Druck fasst.

Was gemeinsam läuft und was Stück für Stück

Nicht jeder Schritt lässt sich zusammenfassen. Die Faustregel: Gemeinsam laufen Schritte, bei denen Material oder Maschine vorbereitet wird. Stück für Stück laufen Schritte, bei denen die Hand an einem einzelnen Teil arbeitet und das Auge jedes Ergebnis prüfen muss.

  • Holz wählen, gemeinsam: Die Bögen für alle Stücke kommen möglichst aus demselben Bund und werden nebeneinander geprüft (Furnierqualität bewerten).
  • Zuschnitt, gemeinsam: Bei Reihax schneidet der Laser die Musterteile, das Messer gerade Kanten und die Nacharbeit. Die Musterteile aller Stücke entstehen aus derselben Datei, und der Probeschnitt gilt für die ganze Charge.
  • Trockenprobe, Stück für Stück: Jedes Stück wird ohne Leim ausgelegt und unter Licht geprüft, bevor es zusammengesetzt wird.
  • Montage, Stück für Stück: Teile fügen und mit Furnierband sichern. Hier lässt sich nichts zusammenfassen.
  • Pressen, gemeinsam: so viele Stücke, wie die Presse gleichmäßig fasst, mit denselben Zulagen und derselben Presszeit (Verleimen und Pressen).
  • Schleifen, Stück für Stück: Korn für Korn, mit Staubentfernung zwischen den Stufen, Fläche für Fläche.
  • Finish, gemeinsam: Jede Schicht wird für die ganze Charge aufgetragen, der Zwischenschliff und die Kontrolle erfolgen an jedem Stück.
  • Endkontrolle, gemeinsam: alle Stücke nebeneinander, im selben Licht, gegen ein Referenzstück.

Wo die Zeit hingeht

Wer an Intarsia denkt, denkt zuerst an das Schneiden. In der Kleinserie ist das bei Reihax nicht der größte Posten: Der Laser schneidet die Musterteile vergleichsweise schnell, und das Messer übernimmt nur gerade Kanten und Nacharbeit. Die meiste Zeit kosten zwei Schritte, die sich nicht zusammenfassen lassen: die Montage mit Furnierband und das Schleifen.

Nach dem Pressen, vor dem Schleifen: Ob die Fugen geschlossen sind, entscheidet sich bei der Montage, Teil für Teil.

Foto: Reihax

Montage: Jedes Teil wird an seine Nachbarn gelegt, geprüft, wenn nötig mit dem Messer nachgearbeitet und mit Band gesichert. Bei kleinen Objekten sind die Teile klein und zahlreich, und jede Fuge muss geschlossen sein, weil man sie aus der Nähe ansieht. Ein Muster, das am Bildschirm in Sekunden kopiert ist, wird in der Werkstatt Teil für Teil gelegt (Intarsia zusammensetzen).

Schleifen: Eine Stiftebox hat mehrere Sichtflächen und viele Kanten, und jede Fläche durchläuft die ganze Körnungsfolge. Zwischen den Stufen wird der Staub entfernt, damit dunkler Schleifstaub von Wenge oder Nussbaum nicht in die Poren heller Hölzer gerieben wird. Kanten dürfen dabei nicht rund werden, und das dünne Furnier darf an keiner Stelle durchgeschliffen werden (Furnier schleifen).

Vier Schleifstufen an Flow Nr. 2. Bei einer Stiftebox durchläuft jede Sichtfläche dieselbe Folge.

Foto: Reihax

Wer eine Kleinserie plant, plant deshalb nach diesen beiden Schritten. Sie bestimmen, wie viele Stücke an einem Tag fertig werden, und sie sind der Grund, warum mehr Stücke pro Charge die Arbeit pro Stück nur begrenzt verkürzen.

Gleich, aber nicht identisch

Die Stücke einer Kleinserie sollen zusammengehören. Gleich gebaut heißt: dieselbe Form, dasselbe Muster, dieselben Fugen, dieselbe Oberfläche. Identisch werden sie nie, weil jedes Furnier seine eigene Zeichnung hat, und das ist auch nicht das Ziel. Was gleich sein muss, wird gleich gehalten:

  • Material: Bögen aus demselben Bund für alle Stücke einer Holzpaarung.
  • Form: dieselbe Datei oder Schablone in derselben Version für die ganze Charge.
  • Ablauf: dieselbe Körnungsfolge, dasselbe Finish, dieselbe Zahl an Schichten.
  • Zuordnung: Die Teile jedes Stücks bleiben zusammen und sind gekennzeichnet, damit kein Teil im falschen Stück landet.
  • Referenz: Ein gelungenes Stück dient als Maßstab, gegen den die Charge am Ende verglichen wird.

Eine Charge kann auch Varianten enthalten: dasselbe Motiv in mehreren Holzpaarungen. Form und Ablauf bleiben gleich, nur das Holz wechselt. Gerade dann zeigt sich, wie stark die Holzwahl den Charakter eines Objekts bestimmt (Holzkombinationen für Intarsia).

Gleiche Form, drei Holzpaarungen: Wenge mit Eiche, Nussbaum mit Esche, Esche mit Mahagoni.

Foto: Reihax

Der Korpus

Das Furnier braucht einen stabilen, planen Träger. Für die Korpusse der Reihax-Stifteboxen kommen unterschiedliche Platten zum Einsatz: rohe Spanplatte, MDF, Sperrholz oder Multiplex. Für die Kleinserie zählt weniger, welche Platte es ist, als dass alle Korpusse einer Charge gleich vorbereitet sind: plan, sauber, staubfrei und im selben Raum akklimatisiert wie das Furnier. Was die einzelnen Plattenarten unterscheidet, steht unter Träger und Untergründe.

Typische Fehler in der Kleinserie

  • Zu große Charge: mehr Stücke, als die Presse gleichmäßig fasst, oder mehr, als man an einem Tag sorgfältig montieren kann.
  • Fehler in der Vorlage: Eine falsche Datei oder abgenutzte Schablone steckt in jedem Stück. Ein Probeschnitt vor der Charge fängt das ab.
  • Vertauschte Teile: Teile verschiedener Stücke oder Holzpaarungen geraten durcheinander. Getrennte Ablagen und Kennzeichnung verhindern das.
  • Verschleppter Staub: Dunkler Schleifstaub von einem Stück landet auf dem hellen Holz des nächsten. Zwischen den Stücken wird der Arbeitsplatz gereinigt.
  • Das letzte Stück: Am Ende einer Charge sinkt die Geduld. Das letzte Stück bekommt dieselbe Prüfung wie das erste.

Checkliste für eine Kleinserie

  • Chargengröße nach Presse und Montagezeit festgelegt
  • Furnier für alle Stücke aus demselben Bund, nebeneinander geprüft
  • Datei oder Schablone in einer Version, Probeschnitt im echten Furnier
  • Korpusse plan, sauber und akklimatisiert
  • Teile jedes Stücks getrennt abgelegt und gekennzeichnet
  • Trockenprobe für jedes Stück vor der Montage
  • Gleiche Körnungsfolge und gleiches Finish für alle Stücke, Staub zwischen den Stücken entfernt
  • Endkontrolle aller Stücke nebeneinander gegen ein Referenzstück

Häufige Fragen

Was ist eine Kleinserie in der Intarsia?

Ein Objekt, das in einem Durchgang einige Male hergestellt wird, statt einzeln oder in großer Stückzahl. Bei Reihax sind das meist zwei bis fünf Stifteboxen. Schritte wie Holzauswahl, Zuschnitt, Pressen und Finish laufen für alle Stücke gemeinsam, Montage und Schleifen dagegen Stück für Stück.

Wie viele Stücke sollte eine Kleinserie haben?

So viele, dass sich die Vorbereitung lohnt, und so wenige, dass jedes Stück die volle Aufmerksamkeit bekommt. Begrenzt wird die Zahl meist von der Presse: Es sollten nur so viele Stücke in eine Charge, wie die Presse gleichmäßig fassen kann. Bei Reihax sind es meist zwei bis fünf.

Wo geht bei kleinen Intarsia-Objekten die meiste Zeit hin?

Bei Reihax in die Montage mit Furnierband und ins Schleifen. Der Zuschnitt ist mit dem Laser vergleichsweise schnell. Montage und Schleifen lassen sich dagegen kaum zusammenfassen, weil jedes Teil einzeln gefügt und jede Fläche einzeln geschliffen und geprüft werden muss.

Sehen alle Stücke einer Kleinserie gleich aus?

Sie sind gleich gebaut, aber nicht identisch. Form, Muster und Aufbau stimmen überein, doch jedes Furnier hat seine eigene Zeichnung und Farbe. Bögen aus demselben Bund, dieselbe Schablone und dieselbe Schleif- und Finishfolge halten die Unterschiede klein.