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Werkstatt

Schablonenarbeit in der Intarsia

Eine Schablone legt eine Form einmal fest, damit sie beliebig oft gleich geschnitten werden kann. Das ist ihre Stärke und ihr Risiko: Was an der Schablone stimmt, stimmt in jedem Teil, und was an ihr falsch ist, auch. Diese Seite zeigt, welche Arten von Schablonen es gibt, wann sie sich lohnen und wie man sie baut, benutzt und prüft.

Vier Arten von Schablonen: Die Papiervorlage zeigt, wo geschnitten wird, die Schneidschablone führt das Messer, die Montagelehre legt die Lage fest, die Datei steuert Laser oder Plotter.

Was eine Schablone leistet

Eine Schablone verwandelt eine Zeichnung in eine wiederholbare Form. Statt jedes Teil neu anzureißen, wird die Form einmal genau festgelegt und dann übertragen, geführt oder geschnitten. In der Intarsia gibt es dafür vier Arten von Schablonen, die sich nicht ausschließen, sondern oft im selben Stück zusammenarbeiten:

  • Papiervorlage: ein Ausdruck der Schnittlinien, der auf das Furnier geklebt und mit ihm geschnitten wird. Sie wird einmal verwendet und ist schnell gemacht. Wie Vorlagen vorbereitet, gedruckt und mit Registriermarken übertragen werden, steht unter Intarsia entwerfen und übertragen.
  • Schneidschablone: eine feste Platte, an deren Kante das Messer entlangläuft. Sie macht aus einer Form eine Serie gleicher Teile.
  • Montagelehre: ein Brett mit Anschlägen, das festlegt, wo jedes Teil liegt. Sie bestimmt nicht die Form, sondern die Lage, und verhindert, dass sich ein Muster beim Zusammensetzen verschiebt.
  • Datei: eine Vektorzeichnung für Laser oder Schneidplotter. Hier ist die Zeichnung selbst das Werkzeug, und ihre Genauigkeit wird ohne Umweg ins Holz übertragen.

Wann sich eine Schablone lohnt

Eine feste Schablone kostet Zeit, bevor das erste Teil geschnitten ist. Sie lohnt sich, wenn dieselbe Form oft genug vorkommt:

  • Wiederholte Elemente in einem Muster: Ein geometrisches Muster aus Dreiecken, Rauten oder Waben besteht oft aus wenigen Grundformen, die dutzendfach vorkommen. Jede Abweichung zwischen zwei gleichen Teilen wird an der Fuge sichtbar.
  • Kleine Serien: Ein Objekt, das mehrmals entsteht, soll jedes Mal gleich aussehen. Ohne Schablone hängt das vom Tagesgefühl ab (Kleine Objekte produzieren).
  • Ein Motiv in mehreren Holzpaarungen: Wenn die Form gleich bleibt und nur die Hölzer wechseln, ist die Schablone das, was die Varianten vergleichbar macht.
Dasselbe FOCUS-Motiv in sechs Holzpaarungen. Weil die Form gleich bleibt, sieht man nur noch den Unterschied der Hölzer.

Foto: Reihax

Keine feste Schablone braucht dagegen ein Einzelstück, dessen Teile sich nach dem Holz richten: ein Wandbild, bei dem jede Fläche nach Maserung und Farbe des Bogens geschnitten wird, oder ein Teil, das um einen Ast herum gelegt werden soll. Hier ist die Papiervorlage die bessere Wahl, weil sie dem Bogen folgt und nicht umgekehrt (Intarsia-Wandbilder).

Eine Schneidschablone bauen

Eine Schneidschablone ist nur so genau wie ihre Kante. Das Material muss hart genug sein, dass die Klinge an ihr entlanggleitet, statt sich hineinzuschneiden, und dünn genug, dass das Messer flach anliegt.

  • Material: Acryl von 2 bis 4 Millimetern, Schichtstoff, Hartfaser mit versiegelter Kante oder dünnes Aluminium. Acryl hat den Vorteil, dass man das Furnier und seine Maserung durch die Schablone sieht. MDF und Pappe sind für Probestücke in Ordnung, nicht für Serien.
  • Herstellung: Am genauesten ist eine Schablone, die selbst gelasert oder gefräst wird, aus derselben Datei wie das Muster. Von Hand wird sie gegen die Zeichnung gefeilt und geschliffen, bis sie mit dem Messschieber stimmt.
  • Nicht vom ersten Teil abnehmen: Eine Schablone, die von einem geschnittenen Teil kopiert wird, übernimmt dessen Fehler und fügt ihre eigenen hinzu. Die Schablone entsteht aus der Zeichnung.
  • Beschriften: Auf jede Schablone gehören ein Name oder eine Nummer, ein Pfeil für die Maserungsrichtung, eine Markierung für die Sichtseite und das Datum oder die Version. Eine asymmetrische Form, die versehentlich gewendet wird, ergibt ein gespiegeltes Teil.

An der Schablone schneiden

Die Schablone liegt auf dem Teil, nicht auf dem Abfall. So wird die Seite des Furniers geschützt, die man behalten will, und wenn das Messer abrutscht, läuft es in den Abfall. Damit die Schablone nicht wandert, wird sie mit doppelseitigem Klebeband, rutschfester Folie oder leichtem Druck gehalten. Auf dem Furnier darf das Klebeband keine Rückstände hinterlassen, die später den Leim stören.

Links: Die Klinge steht senkrecht an der Kante, sonst läuft die Schnittkante schräg. Rechts: Eine Kerbe in der Schablone steckt in jedem Teil, das an ihr geschnitten wird.

Die Klinge liegt flach an der Kante und steht senkrecht. Neigt sie sich, wird das Teil an der Unterseite breiter oder schmaler als an der Oberseite, und die Fuge öffnet sich nach dem Pressen. Geschnitten wird in mehreren leichten Zügen statt in einem kräftigen; der erste Zug ritzt nur, die folgenden trennen. Bei spröden Hölzern wie Wenge wird zuerst quer zur Faser geschnitten und dann längs, damit die Ecken nicht ausreißen. Mehr zu Klingen, Schnittfolge und Kanten steht unter Furnier schneiden und fügen.

Warum Schablonenfehler sich addieren

Ein Fehler, der beim freien Schneiden passiert, ist zufällig: Ein Teil ist etwas zu groß, das nächste etwas zu klein, und vieles gleicht sich aus. Ein Fehler in der Schablone ist systematisch. Ist sie 0,1 Millimeter zu breit, sind es alle Teile, und in einer Reihe von zehn Teilen wird daraus ein Millimeter. Wie solche Abweichungen über ein Muster wandern und woran man sie erkennt, beschreibt der Abschnitt über kumulativen Versatz auf der Seite Intarsia zusammensetzen.

Deshalb wird eine neue Schablone mit einem Probestück geprüft, bevor die Serie beginnt: einige Teile schneiden, trocken zusammenlegen und gegen die Zeichnung messen. Erst wenn die Probe in der ganzen Breite stimmt, ist die Schablone freigegeben.

Die Datei als Schablone

Beim Laser oder Schneidplotter ist die Datei die Schablone. Sie verschleißt nicht, aber sie hat ihre eigenen Fehlerquellen. Der Laser verbrennt einen schmalen Spalt, die sogenannte Schnittfuge. Wird sie nicht eingerechnet, fehlt jedem Teil an jeder Kante ihre halbe Breite, und zwischen zwei Teilen bleibt ein Spalt. Wie breit die Fuge ist, hängt von Gerät, Leistung und Holzart ab, deshalb wird sie mit einem Probeschnitt im jeweiligen Furnier ermittelt und in der Datei ausgeglichen. Dazu kommt die gebräunte Kante, die auf hellen Hölzern sichtbar bleibt (Laser- und Messerschnitt im Vergleich).

Reihax setzt Lasertechnik dort ein, wo sie die Präzision unterstützt; das Zusammensetzen der Teile bleibt Handarbeit (Über Reihax). Gerade dann gilt: Die Datei bekommt dieselbe Sorgfalt wie eine feste Schablone. Sie trägt eine Version, wird nach jeder Änderung mit einem Probeschnitt geprüft, und die Version, die gut war, wird nicht überschrieben.

Dasselbe Wabenmuster als Positiv und Negativ: Ist die Form einmal festgelegt, kann jedes Holz Grund oder Zeichnung sein.

Foto: Reihax

Verschleiß, Prüfung und Aufbewahrung

Jede feste Schablone nutzt sich ab. Die Klinge drückt kleine Kerben in die Kante, Ecken runden sich, und weiches Material wird an der meistbenutzten Stelle dünner. Das Tückische daran: Der Verschleiß geschieht langsam, und jedes Teil sieht für sich genommen in Ordnung aus. Sichtbar wird er erst, wenn Teile aus verschiedenen Monaten nebeneinander liegen.

  • Prüfen: vor jeder neuen Serie und immer, wenn ein Teil nicht passt; gegen die Zeichnung oder die Datei, mit Messschieber, Lineal und Streiflicht entlang der Kante.
  • Ersetzen statt nacharbeiten: Eine Schablone mit Kerben wird neu gemacht. Nachgefeilt wird sie kleiner, und alle Teile mit ihr.
  • Aufbewahren: flach, sauber und getrennt von Werkzeug, das sie zerkratzen kann; Acryl in Papier oder einer Hülle. Schablonen eines Musters gehören zusammen in eine Mappe, mit einem Blatt, das zeigt, welche Teile in welcher Zahl daraus entstehen.

Checkliste für Schablonenarbeit

  • Schablone aus der Zeichnung oder Datei gemacht, nicht von einem Teil abgenommen
  • Harte, gerade, glatte Kante; Maße mit dem Messschieber geprüft
  • Name oder Nummer, Maserungspfeil, Sichtseite und Version auf der Schablone
  • Probestück geschnitten und trocken gegen die Zeichnung gemessen
  • Schablone liegt auf dem Teil, nicht auf dem Abfall, und ist gegen Verrutschen gesichert
  • Klinge flach an der Kante, senkrecht, in mehreren leichten Zügen
  • Bei Dateien: Schnittfuge im jeweiligen Furnier ermittelt und ausgeglichen
  • Vor jeder Serie auf Kerben, runde Ecken und Maßabweichung geprüft

Häufige Fragen

Was ist eine Schablone in der Intarsia?

Eine Vorlage, die eine Form festlegt, damit sie mehrfach gleich geschnitten oder gelegt werden kann. Das kann ein aufgeklebter Ausdruck sein, eine feste Platte aus Acryl oder Metall, an der das Messer entlangläuft, eine Lehre mit Anschlägen für die Montage oder eine Vektordatei für Laser oder Plotter.

Wann lohnt sich eine feste Schablone?

Wenn dieselbe Form oft vorkommt: in einem Muster, das ein Element viele Male wiederholt, in einer kleinen Serie oder bei einem Motiv, das in mehreren Holzpaarungen entstehen soll. Für ein Einzelstück, dessen Teile sich nach der Maserung richten, ist eine Papiervorlage meist genug.

Aus welchem Material baut man eine Schneidschablone?

Gut geeignet sind Acryl, Hartfaser mit versiegelter Kante, Schichtstoff oder dünnes Aluminium. Wichtig ist eine gerade, glatte und harte Kante, an der die Klinge entlanggleitet, ohne sich hineinzuschneiden. Weiche Kanten aus MDF oder Pappe bekommen schnell Kerben, und jede Kerbe landet im Teil.

Wie oft muss man eine Schablone prüfen?

Vor jeder neuen Serie und immer dann, wenn ein Teil nicht passt. Geprüft wird gegen die Originalzeichnung oder die Datei, mit Messschieber und Lineal im Streiflicht. Eine Schablone, die Kerben, abgerundete Ecken oder Maßabweichungen zeigt, wird ersetzt, nicht weiter benutzt.