Materialwissen
Holz und Nachhaltigkeit
Furnier ist eine der sparsamsten Arten, mit Holz zu arbeiten. Trotzdem stellt jedes Stück Fragen: Woher kommt das Holz, was passiert mit den Resten, wie steht es um tropische Hölzer wie Wenge? Diese Seite beantwortet sie für Reihax so genau, wie es heute möglich ist, auch dort, wo die Antwort lautet: noch nicht erfasst.
Warum Furnier wenig Holz braucht
Furnier ist die sparsamste Art, eine Holzoberfläche herzustellen. Ein Furnierblatt von 0,6 Millimetern Stärke bedeckt mit 0,6 Litern Holz einen ganzen Quadratmeter; ein Massivholzbrett von 20 Millimetern braucht für dieselbe Fläche 20 Liter. Das ist rund dreißigmal so viel. Dazu kommt, dass gemessertes Furnier mit einem Messer vom Stamm getrennt wird, nicht mit einer Säge, und dabei kaum Späne entstehen (Was ist Furnier?).
Für ein Reihax-Stück heißt das konkret: Die vier Seiten einer Stiftebox von etwa zehn Zentimetern brauchen rund 24 Kubikzentimeter Holz, so viel wie ein Würfel von knapp drei Zentimetern Kantenlänge. Aus einem einzigen Stammabschnitt entstehen so Hunderte Bögen. Gerade seltene oder langsam wachsende Hölzer werden auf diese Weise sehr weit gestreckt.
Woher das Reihax-Furnier kommt
Reihax kauft Furnier bei einem Furnierhändler. Eine Ausnahme ist das Mahagoni: Es stammt aus einem Restposten einer Werkstattauflösung und wurde ohne Angabe der botanischen Art als Mahagoni verkauft. Material, das sonst liegen geblieben wäre, wird so weiterverwendet.
Ob die einzelnen Bögen FSC- oder PEFC-zertifiziert sind, hat Reihax bisher nicht erfasst. Das steht hier so, weil eine ehrliche Lücke mehr wert ist als eine schöne Behauptung. Wer selbst Furnier kauft und Wert auf eine belegte Herkunft legt, fragt beim Händler nach dem Zertifikat; bei Restposten gibt es meist keines, dafür werden sie vor dem Wegwerfen bewahrt.
Die Hölzer: europäisch und tropisch
Reihax arbeitet mit sieben Holzarten. Eiche, Esche, Nussbaum, Ahorn und Kirsche sind Arten, die in Europa und Nordamerika wachsen und dort forstwirtschaftlich genutzt werden. Zwei Hölzer sind tropisch: Wenge aus Zentralafrika und Mahagoni, dessen genaue Art beim Reihax-Restposten unbekannt ist.
Foto: Reihax
Wenge: Die Weltnaturschutzunion IUCN führt Wenge in ihrer Roten Liste als stark gefährdet, vor allem wegen Abholzung und Lebensraumverlust. Diese Einstufung stammt allerdings von 1998 und wurde seither nicht erneuert; eine neuere Modellrechnung der Royal Botanic Gardens Kew von 2024 sieht die Art als nicht gefährdet an. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES ist Wenge nicht gelistet, der Handel ist also nicht beschränkt. Reihax verwendet Wenge als Furnier, also in der sparsamsten Form, und bezieht es über den Furnierhandel.
Mahagoni: Echtes Mahagoni der Gattung Swietenia steht im Anhang II von CITES; sein Handel ist genehmigungspflichtig. Unter dem Handelsnamen Mahagoni werden aber auch andere Arten verkauft, etwa Khaya. Welche Art das Reihax-Mahagoni ist, lässt sich nicht mehr klären, weil der Restposten ohne botanische Angabe verkauft wurde.
Foto: Reihax
Reste
Intarsia arbeitet mit vielen kleinen Teilen, und deshalb ist ein Rest oft genau das Stück, das gebraucht wird. Bei Reihax werden Furnierreste aufbewahrt, nach Holzart und Größe sortiert und für kleine Musterteile und Buchstaben verwendet. Kleinere Stücke dienen als Probestücke für Schnitte und für das Finish, bevor ein echtes Stück behandelt wird. Wie Reste sinnvoll gelagert werden, beschreibt die Seite Furnier lagern.
Träger und Finish
Unter dem Furnier liegt ein Träger aus Holzwerkstoff: rohe Spanplatte, MDF, Sperrholz oder Multiplex. Spanplatte und MDF bestehen aus Holzspänen und Holzfasern, die zu einem großen Teil aus Resten der Holzverarbeitung stammen. Sie verbinden sich mit dem Furnier über PVA-Holzleim (Träger und Untergründe).
Als Finish trägt jedes Reihax-Stück Hartwachsöl in seidenmatter Ausführung, in zwei dünnen Schichten. Es bildet keinen dicken Film, lässt sich örtlich oder flächig erneuern und braucht im normalen Gebrauch keine Nachbehandlung (Hartwachsöl).
Haltbarkeit als Teil der Rechnung
Das nachhaltigste Objekt ist eines, das lange benutzt wird. Ein Stiftehalter, der zwanzig Jahre auf einem Schreibtisch steht, verbraucht weniger als drei, die nacheinander ersetzt werden. Deshalb zählen Präzision und Reparierbarkeit hier mit: geschlossene Fugen, die sich nicht lösen, und eine Oberfläche, die sich erneuern lässt. In der Reihax-Werkstatt wurde schon eine ganze Seite eines fertigen Stücks abgeschliffen und neu geölt (Finish reparieren).
Zur Pflege genügt trockenes Abstauben. Und dass sich die Farben der Hölzer mit den Jahren verändern, ist kein Verschleiß, sondern Patina (UV-Licht und Alterung).
Was noch offen ist
- Ob die Bögen aus dem Furnierhandel zertifiziert sind, wird bisher nicht erfasst.
- Die botanische Art des Reihax-Mahagoni ist unbekannt.
- Für Wenge gibt es keine neuere Einstufung der IUCN als die von 1998.
Diese Seite wird ergänzt, sobald es zu einem dieser Punkte etwas Belastbares zu sagen gibt.
Weiterführende Fachseiten
Herkunft, Material und Haltbarkeit im Detail:
Häufige Fragen
Ist Furnier nachhaltig?
Furnier braucht sehr wenig Holz: Für einen Quadratmeter Oberfläche reichen bei 0,6 Millimetern Stärke rund 0,6 Liter Holz, bei 20 Millimetern Massivholz sind es 20 Liter. Gemessertes Furnier entsteht zudem fast ohne Späne. Wie nachhaltig ein Stück insgesamt ist, hängt aber auch von der Herkunft des Holzes, vom Träger, vom Finish und davon ab, wie lange es genutzt wird.
Darf man Wenge noch verwenden?
Ja. Wenge ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES gelistet, der Handel ist also nicht beschränkt. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art in ihrer Roten Liste als stark gefährdet; diese Einstufung stammt allerdings von 1998 und wurde seither nicht erneuert. Wer Wenge verwendet, kauft es am besten bei einem Furnierhändler, der die Herkunft belegen kann.
Ist das Reihax-Furnier zertifiziert?
Bisher nicht durchgehend. Reihax kauft Furnier bei einem Furnierhändler und hat bisher nicht erfasst, ob die einzelnen Bögen FSC- oder PEFC-zertifiziert sind. Das Mahagoni stammt aus einem Restposten einer Werkstattauflösung. Die Seite sagt das so offen, weil eine ehrliche Lücke mehr wert ist als eine schöne Behauptung.
Was passiert mit den Furnierresten?
Sie werden aufbewahrt, nach Holzart und Größe sortiert und für kleine Musterteile und Buchstaben verwendet. Kleinere Stücke dienen als Probestücke für Schnitte und Finish. In der Intarsia, die mit vielen kleinen Teilen arbeitet, ist ein Rest oft genau das richtige Stück.